Darum ist chronischer Eisenmangel für Herzkranke so gefährlich

Eisen ist für den menschlichen Körper eines der wichtigsten Spurenelemente. Es ist unter anderem zuständig für den Transport von Sauerstoff und für die Blutbildung. Wer langfristig unter einem Eisenmangel und zugleich einer Herzerkrankung leidet, lebt besonders gefährlich.

Bekanntlich hat ein Eisenmangel unangenehme Folgen: Konzentrationsstörungen, diffuser Haarausfall, Müdigkeit und eingerissene Mundwinkel. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) berichtet nun unter Berufung auf einen Beitrag vom Europäischen Kardiologiekongress (ESC) folgendes: Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die gleichzeitig unter einem Eisenmangel leiden, ist das Risiko für einen Herztod oder Herzinfarkt stark erhöht.

Zum akuten Koronarsyndrom zählen Krankheiten wie Angina pectoris (Herzenge) und Herzinfarkt. Im Zusammenspiel mit einem Eisenmangel sei dabei das Risiko, innerhalb von vier Jahren an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu sterben, um 70 Prozent höher, als bei Patienten ohne Eisenmangel. Auch das Risiko, einen (weiteren) Herzinfarkt zu erleiden, sei bei Patienten mit einem Eisenmangel deutlich höher.

Bei der Studie werteten deutsche Forscher des Universitären Herzzentrums Hamburg die Daten von fast 900 Patienten mit akutem Koronarsyndrom aus. Bei solch einer akuten Phase unterzogen sich die Probanden einer Herzkatheter-Untersuchung sowie einer Blutabnahme (zur Bestimmung des Eisenstatus‘). Die Beobachtung der Patienten erstreckte sich durchschnittlich über vier Jahre. Primärer Endzeitpunkt war entweder der Herztod oder ein nicht tödlicher Herzinfarkt.

Die DGK warnt, dass bei bis zu 50 Prozent der Patienten mit Herzinsuffizienz ein Eisenmangel feststellbar ist. Die Eisenwerte des Blutes sollten daher gerade von Herzpatienten regelmäßig kontrolliert werden. Eisen steckt unter anderem in Fleisch, einigen Pilzsorten, Spinat, Kichererbsen, Linsen und Reis. Außerdem sollte man darauf achten, dass bestimmte Substanzen die Aufnahme von Eisen fördern, andere die Aufnahme jedoch auch hemmen können. Vitamin C fördert die Aufnahme von Eisen. Kaffee, Milchprodukte und Lebensmittel mit Phosphaten hemmen die Eisenaufnahme.

Quelle: Schäfer et al.: Iron deficiency independently and strongly predicts adverse outcome in patients with acute coronary syndrome – first report on the prospective relevance of iron deficiency. In: European Heart Journal (2017), 38 (Supplement). Seite 710.

Foto : © Gts | shutterstock.com

Rezepte mit eisenhaltigen Lebensmitteln von Doctor Food

Risotto-mit-Kürbis-und-Hähnchenfleisch